engel

 

Hier denken wir an unsere verstorbenen Mitglieder.

von Sigrid R.

Annerose Jahn

Wolfgang Schuster

Henry Dutkowiak

Bernd Barthl

Ilona Geyer

Herr Günter Geipel

Himmelsleiter oder Lebensleiter

Schon weit liegt die Lebenstreppe hinter mir, die einmal so breit war.
Nun wird sie schmal und immer schmaler. Dort ganz oben wird sie zur Himmelsleiter, die im Engelsflügel gleichen Wolkentor in die Unsichtbarkeit übergeht. Zurück gehen kann ich nicht, zurück blicken schon noch manchmal.Ich sehe die Steine über die ich stolperte, sehe die Scherben die ich machte und an denen ich mich verletzte. Sie alle haben jeden Glanz verloren, den ich einmal in ihnen sah. Liegengelassen habe ich sie, losgelassen, doch vergessen? Nein.
Wenn ich zurück blicke, erinnere ich mich wieder.Doch vor mir, dort wo mein Weg nun immer schmaler wird, sind noch einige Stufen zu besteigen.
Sie leuchten mit Kristallen, Diamanten und Edelsteinen, in noch ungesehener Farbenpracht die ich noch bestaunen will.
Ja ich will sie näher betrachten, welche Gefühle beinhalten sie noch für mich?
Ich muss weitergehen, wenn ich auf den Stufen höher kommen will. Stehen bleiben kann ich nur einen kurzen Moment, nur einen Atemzug lang.
Es sind noch viele Kristalle Diamanten und Edelsteine die ich noch nie sah, nie fühlte. Ihre Schönheit fasziniert mich, zieht mich in ihren Bann. Doch wenn ich nach ihnen greife, erkenne ich, es sind wieder bunte Scherben aus Glas an denen ich mich verletzen kann.
An jeder Scherbe bleibt ein Tropfen Blut von mir zurück und eine Träne.
Aufrichten, weiter gehen, vorwärts schauen, vielleicht sind auch noch echte Edelsteine dabei.
Auch wenn die Stufen schon ziemlich schmal sind und der Abgrund links und rechts ins Unendliche fällt, nur hinauf gehen ist möglich.
Mich lockt das Funkeln der Diamanten, der Kristalle und der Edelsteine. Ich werde weitergehen,
werde mich wieder verletzen, werde wieder Blut und Tränen zurück lassen, solange bis ich hinter
der Wolkentür ins Unsichtbare einkehre und mein zurück gelassener Körper mit Blumen zugedeckt wird.
Der Rückweg ist nur Erinnerung, nur noch ein Bild, nichts ist änderbar, nichts wiederholbar.
Aber alles ist gelebt, alles hat seinen Sinn.
© 2007 ritaK

Mit freundlicher Genehmigung diese Kurzgeschichte auf unseren Seiten einstellen zu dürfen.

Vielen herzlichen Dank Rita.

von Sigrid R.